KI 2026 – Die Hype-Blase wird platzen!
2025 war das Jahr, in dem kollektiver KI-Aktionismus für Fortschritt gehalten wurde. Es hat gereicht, Effizienz zu versprechen und das Denken wurde reflexartig ausgeschaltet. Folgt 2026 der große Knall?
Die Technik war noch nicht einmal ausgereift, aber plötzlich wollte niemand mehr bremsen. KI wurde wildwuchsartig eingeführt, Copilot hier, ChatGPT dort, ein LLM-Modell nach dem anderen. Die Konsequenz absehbar: Nicht hinterfragte IT-Systeme verlieren ihren Sinn. Und Systeme, die keinen Sinn ergeben, werden ohne klare Verantwortungsabgrenzung gefährlich.

Produktivität als Heilsversprechen
Große KI-Anbieter erzeugen große Versprechen und entsprechend große Erwartungen. Effizienz wird zum Maßstab erklärt, Skalierbarkeit als Qualitätsmerkmal umgedeutet. Dass Verbreitung von KI kein Beweis für Wirksamkeit ist, wird elegant übergangen. Wenn alle es tun, muss es sinnvoll sein – diese Denkabkürzung ist bequem und leider falsch!
Ja, KI hat reale Effekte. Video, Bild, Texte entstehen schneller. Code wird effizienter. Informationen lassen sich strukturieren und zusammenfassen. Das ist unstrittig. Doch diese Effekte sind operativ, nicht systemisch.
Sie beschleunigen Arbeit, sie ersetzen aber kein Denken. Genau diese Unterscheidung wurde im Hype konsequent verwischt.
Deshalb ist auch die Rede von der „KI-Blase“ irreführend. Es wird keinen spektakulären Knall geben. Stattdessen findet eine schleichende Entwertung statt. Überzogene Erwartungen treffen auf hohe Kosten, unklare Verantwortung und wachsende Abhängigkeiten. Risiken werden nicht gelöst, sondern weitergereicht, von Technologie zu Organisation, von Organisation zu Gesellschaft.
Besonders trügerisch ist dabei die Illusion von Transparenz. KI-Systeme gelten als erklärbar, liefern in der Praxis jedoch meist nur nachträgliche Deutungen statistischer Muster. KI produziert Ergebnisse, aber - obacht - keine Verantwortung !!

KI-Halluzinationen sind kein Betriebsunfall
Sie sind systemimmanent! Ein klassischer Fall von Shit in, shit out. Trotzdem folgt der Mensch einem paradoxen Muster: Je überzeugender ein System wirkt, desto geringer ist die Bereitschaft des Verstands, es kritisch zu prüfen.
2026 markiert deshalb keinen technologischen, sondern einen organisatorischen Wendepunkt.
Die entscheidende Frage lautet nicht mehr, welches KI-Modell eingesetzt wird, sondern wie zukünftig integer gedacht, geführt und entschieden wird:
- Wer trägt Verantwortung für KI-gestützte Entscheidungen?
- Wer haftet für Fehler?
- Wie werden Risiken erkannt, dokumentiert und korrigiert?
- Und wie bleibt ein System steuerbar, wenn es sich permanent verändert?
Regulatorische Rahmen wie der EU AI Act verschärfen diese Fragen. Sie fordern strukturelle Verantwortung ein und untermauern das mit klaren Konsequenzen. Wer KI-Governance ignoriert, riskiert 2026 mehr als nur schlechte Prozesse: Bußgelder von bis zu 35 Millionen Euro oder 7 % des weltweiten Jahresumsatzes sind bittere Quittung für fahrlässigen Aktionismus. Unternehmen, die KI weiterhin als isoliertes IT-Thema behandeln, geraten unweigerlich in Konflikt mit dem Gesetz und ihren eigenen Qualitätssystemen.

In god we trust, with AI we comply!
Mit zunehmender Automatisierung schwindet in vielen Organisationen die innere Distanz zu Ergebnissen. Verantwortung wird delegiert, Urteilskraft verlernt, kritisches Denken durch Komfort ersetzt.
KI erzeugt keine Wahrheit. Sie erzeugt Wahrscheinlichkeiten. Ohne die Fähigkeit, diese einzuordnen, wird Unterstützung zur Abhängigkeit. Blankes Vertrauen zu Fehlern. Der eigentliche Engpass der Zukunft ist deshalb nicht Rechenleistung, sondern menschliche Intelligenz im ursprünglichen Sinne:
- Urteilsfähigkeit
- Kontextverständnis
- Verantwortungsbewusstsein.
Nicht digitalisierbare Menschen sind kein romantisches Ideal, sondern eine betriebliche Notwendigkeit. Nur wer selbst denken kann, ist in der Lage, intelligente Systeme sinnvoll zu bauen und zu führen. Ab 2026 ein absolutes Alleinstellungsmerkmal.

2026 wird also recht nüchtern
KI wird sich nicht als Entscheidungsinstanz durchsetzen, sondern als Werkzeug, das konsequent von Validierung, Governance und Datenqualität abhängt. Nicht vom nächsten Modell-Update.
Darüber hinaus werden grundlegende Führungsfragen zurück kehren:
Was darf automatisiert werden und was muss bewusst menschlich bleiben?
Die Lehre aus 2025 und für 2026 ist simpel: Die Zukunft gehört nicht den intelligentesten Systemen, sondern den Menschen und Organisationen, die sich ihre Intelligenz nicht abtrainieren lassen.
Die Herausforderung besteht darin, den Hype in nachhaltige Innovationen zu verwandeln, die echten Mehrwert durch Verantwortung bieten. Nur so kann die Künstliche Intelligenz tatsächlich zu einem festen Bestandteil unseres Lebens werden, statt als gescheiterte "Übersprungshandlung" in der Geschichte der Technologie zu enden.
>> Noch keinen Vorsatz für 2026? Wie wäre es mit: "ELARA-Systemarchitekturen verstehen und nicht digitalisierbar werden?" Dann auf keinen Fall hier klicken!
